Endo-Help: Liebe Frau Roux und Frau Schreyvogel, herzlichen Dank für Ihre Zeit uns in die Welt der kPNI eintauchen zu lassen.
Wie versteht die kPNI (die klinischen Psycho-Neuro-Immunologie) Endometriose?
Roux / Schreyvogel: In vielen Medien wird Endometriose noch immer als Erkrankung beschrieben, deren Ursachen weitgehend unbekannt sind. Gleichzeitig macht die Schulmedizin wichtige Fortschritte – sowohl operativ als auch medikamentös. Das ist wertvoll und für viele Betroffene ein entscheidender Schritt.
Aus Sicht der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie (kPNI) stellt sich jedoch eine zusätzliche Frage: Was muss im Körper geschehen, damit sich Endometriose überhaupt entwickeln kann? Denn Erkrankungen entstehen selten isoliert. Die kPNI betrachtet den Körper als vernetztes System – mit Wechselwirkungen zwischen Gehirn, Nervensystem, Immunsystem und Hormonen.
- Genetische Prädispositionen: Viele Patientinnen mit Endometriose weisen genetische Varianten auf, die Stoffwechselprozesse beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise Varianten im COMT-Genoder MTHFR-Polymorphismen, die den Abbau von Neurotransmittern und Östrogenen verlangsamen können. Dadurch können hormonelle und neurobiologische Regulationsprozesse empfindlicher reagieren.
- Stressachsen und frühe Prägung: Auch die Verschaltung der Stressachsen in der Kindheit spielt eine Rolle. Frühe Belastungen können die Regulation zwischen Gehirn, Nervensystem, Immunsystem und Hormonsystem langfristig beeinflussen.
- Körperbarrieren und Entzündungen: Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Körperbarrieren – insbesondere der Darm. Ungünstige Ernährung, chronischer Stress oder Umweltfaktoren können dazu beitragen, dass die Darmbarriere durchlässiger wird. Dadurch können entzündungsfördernde Prozesse entstehen. Diese chronische, niedriggradige Entzündung (Low-Grade Inflammation) wirkt nicht nur lokal, sondern beeinflusst langfristig auch das Gehirn. Der Körper passt seine Regulationsmechanismen an, um mit der Entzündung umzugehen.
- Wenn sich die Hormonachsen anpassen: In dieser Situation kann sich die hormonelle Steuerung verändern. Die sogenannte HPG-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse) erhält nicht mehr alle Signale in der Qualität, die sie für eine stabile Regulation benötigen würde. Die Folge können hormonelle Dysbalancen sein, die wiederum Entzündungsprozesse und Symptome verstärken.
Haben von Endometriose Betroffene auch Begleiterscheinungen- oder Symptome?
Roux / Schreyvogel: Ja, viele Frauen mit Endometriose berichten deshalb nicht nur über zyklusabhängige Schmerzen, sondern auch über Symptome wie:
- Kopfschmerzen oder Migräne
- starke Erschöpfung
- Reizblase
- Verdauungsbeschwerden
- emotionale Achterbahnfahrten
Diese Beschwerden wirken auf den ersten Blick unterschiedlich, haben jedoch oft gemeinsame biologische Hintergründe.
Wie sieht der Ansatz der kPNI aus, wie Endometriose (inkl. Begleiterscheinungen) behandelt werden können?
Roux / Schreyvogel: Die kPNI setzt genau an diesen Schnittstellen an. Statt nur einzelne Symptome zu behandeln, wird Schritt für Schritt untersucht, welche Systeme aus der Balance geraten sind.
Dazu gehören unter anderem:
- gezielte Ernährung
- individuelle Supplementierung
- Bewegungsstrategien
- sogenannte hormetische Reize (z. B. Kälte, Fasten oder Training)
- Stressregulation und Lebensstilfaktoren
Ziel ist es, Entzündungsprozesse zu reduzieren, Stoffwechselwege zu unterstützen und die körpereigenen Regulationssysteme wieder zu stabilisieren. In vielen Fällen lässt sich dadurch die Aktivität der Endometriose deutlich reduzieren – und in einzelnen Fällen sogar vollständig zurückdrängen.
Wie seid Ihr dazu gekommen, diese Therapie anzubieten?
Roux / Schreyvogel: Frau Schreyvogel, selber Endometriose-Betroffene, kam damals zu mir und war begeistert. Frau Schreyvogel lebt heute beschwerdefrei und ist ohne Endometriosebefund. Aus Begeisterung über diesen Weg hat sie ihre Position als Klinikleiterin in einem Spital aufgegeben, selbst kPNI studiert und sich intensiv weitergebildet. Wir beide sind zertifzierte kPNI-Therapeutinnen und arbeiten als Expertinnen-Team zusammen. Gemeinsam bieten wir nun ein Endometriose-Coaching an, das Frauen auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit begleitet.
Das Programm umfasst:
- individuelle 1:1-Begleitung
- Gruppencalls mit Austausch und Fachwissen
- konkrete Strategien aus der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie
- praktische Umsetzung im Alltag
Unser Ziel: Frauen dabei zu unterstützen, ihren Körper wieder zu verstehen – und aktiv Einfluss auf ihre Gesundheit zu nehmen.
Wenn du mehr über das Coaching erfahren möchtest, melde dich gerne bei uns.
Endo-Help: Herzlichen Dank für Ihre Zeit und alles Gute!
